Ausgezeichnet verzeichnet

Telefonbücher folgen Seite um Seite einer klaren Struktur. Doch so aufgeräumt die alphabetisch sortierten Klassiker sind, so herausfordernd ist manchmal ihre Entstehung. Zusätzlich zu der ohnehin kurzen Produktionsphase werden viele der jährlich bei Mohn Media gedruckten Verzeichnismedien in ferne Länder wie Mexiko verschickt. Und egal wie gut der Versand geplant ist, zieht ein Wirbelsturm auf, muss das Team der Produktlinie Telefonbuch schnell nach einer Lösung suchen.

Geschafft! Frank Ziegengeist hakt die letzte Position auf dem Frachtprotokoll ab. Rund 100 Paletten folierter Telefonbücher sind bereit für ihre große Reise. Als nächstes geht es für sie mit dem Lkw nach Bremerhaven, dort werden die Container auf ein Frachtschiff gehievt. 14 Tage lang überqueren sie danach den Nordatlantik bis sie schließlich in Veracruz, Mexiko, ankommen. Am Hafen werden sie von dem Kunden „Seccion Amarilla“ in Empfang genommen und verteilt. Seit drei Jahren produziert Mohn für den mexikanischen Kunden eine große Stückzahl von Telefonbüchern. Obwohl mittlerweile jeder Handgriff sitzt, ist Frank Ziegengeist immer ein wenig aufgeregt, wenn die frisch gedruckten Adressbücher vom Hof in Gütersloh gefahren werden. Ab jetzt kann er kaum noch Einfluss auf den Versand nach Mexiko nehmen – egal wie gut durchdacht die Logistik ist. Vor allem das Wetter macht ihm Sorge. Nur zu gut kann er sich daran erinnern, wie ihm vor zwei Jahren ein Wirbelsturm einen Strich durch seine Planung gemacht hat.

Frank Ziegengeist füllt die Frachtpapiere für den Versand nach Mexiko aus.
Das eingespielte Trio plant gemeinsam eine Alternativroute nach Veracruz.

 

Plan B

Aufgrund der stürmischen See kam der Frachter in Schwierigkeiten. Davon bekamen die Kollegen in Deutschland allerdings nichts mit. Erst als die Container nicht wie vereinbart in Veracruz entladen werden konnten, fiel das Verschwinden auf. Als Frank Ziegengeist davon erfuhr, griff er sofort zum Hörer und telefonierte so lange alle Schnittstellen ab, bis er wusste wann und an welchem Hafen der Frachter ankommen würde. Sofort entwickelte er gemeinsam mit seinen Kollegen Wieland Bethlehem und Meike Bühlmeier eine neue Transportplanung und informierte den Kunden. Für Victor Manuel Sanchez Bernal, Vice Director of Operations bei „Seccion Amarilla”, ist diese Hands-on-Mentalität genau der Grund, warum er sich für eine Zusammenarbeit mit Mohn Media entschieden hat. Er weiß, dass Frank Ziegengeist und sein Team alle Hebel in Bewegung setzen, um vereinbarte Liefertermine einzuhalten. 

 

Passt alles? Das Team kontrolliert die Musterexemplare bevor der Druck startet.

 

Die deutsche Wertarbeit in Kombination mit Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit werden in Übersee geschätzt. Ein wenig Schmunzeln muss er aber doch, wenn er die bis ins kleinste Detail durchgeplanten Konzepte aus Gütersloh zugeschickt bekommt. So sind sie eben, die Deutschen – und das ist auch gut so. Denn für die Produktion der Verzeichnismedien bleibt meist nur wenig Zeit. Innerhalb von fünf Tagen müssen viele Tausend Bücher für den mexikanischen Kunden gedruckt werden. 24 Stunden am Stück rattern in Gütersloh dann die Druckmaschinen. Damit die Abstimmung trotz Zeitverschiebung problemlos klappt, nutzt das Team technische Helferlein.

 

Genauigkeit und Pünktlichkeit sind für unsere Kunden wichtig. Deshalb versuchen wir für jedes Problem eine Lösung zu finden – und das gelingt uns auch!

Frank Ziegengeist, Key Account Manager Produktlinie Telefonbuch

Beliebter Klassiker

In der heißen Produktionsphase klingeln mehrmals täglich die Smartphones von Frank Ziegengeist und seinen Kollegen. Gemeinsam mit ihrem mexikanischen Kunden haben sie eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der sie sich über den aktuellen Stand informieren. Sobald die ersten Seiten gedruckt sind, macht Wieland Bethlehem ein Foto von ihnen und teilt es im Gruppenchat. Innerhalb kürzester Zeit bekommt er ein Feedback aus Übersee – zumindest nach 16 Uhr deutscher Zeit. Dann ist es in Mexiko erst neun Uhr morgens und der Arbeitstag beginnt. So hilfreich das Smartphone für die Abstimmung ist, es ist zugleich auch die größte Konkurrenz für das klassische Telefonbuch. Denn neben Fotos und Apps sind darauf meist unzählige Telefonnummern gespeichert – oder mit dem richtigen Suchbegriff nur einen Fingerwisch entfernt. Aus der Mode ist das klassische Telefonbuch trotzdem nicht gekommen. Rund die Hälfte der Deutschen nutzt die Printversion, und auch im Ausland sind Verzeichnismedien nach wie vor beliebt. Besonders in den südamerikanischen Ländern. Zu den meisten Kunden dort pflegt Frank Ziegengeist einen guten Kontakt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er fünf Sprachen spricht. Neben Deutsch sind für ihn auch Kundengespräche auf Englisch, Spanisch, Französisch oder Russisch kein Problem. Sprachen zu lernen fiel ihm nie wirklich schwer. Deshalb stand für ihn auch früh fest, dass er sein Talent nutzen und die Welt bereisen möchte.

Wieland Bethlehem erhält im Gruppenchat eine Nachricht vom mexikanischen Kunden.

Weltenbummler

Mittlerweile hat Frank Ziegengeist viel von der Welt gesehen. Sieben Jahre lang kehrte er seiner Heimat sogar ganz den Rücken und zog für die Bertelsmann-Tochter Arvato nach Barcelona in Spanien. Obwohl ihn irgendwann wieder die Sehnsucht nach Deutschland packte, auf das Reisen wollte er trotzdem nicht verzichten. Dass er heute im Auftrag von Telefonbüchern die Welt erkundet, damit hätte er nicht gerechnet. Als er 2008 in der Produktlinie Telefonbuch bei Mohn Media startete, bereiste er vorerst nur benachbarte Länder wie Polen und Tschechien. Da geht doch noch mehr, dachte er sich damals. Tagelang telefonierte er, entwickelte mit seinem Team neue Telefonbuchkonzepte und konnte so nach und nach immer mehr Länder von Mohn Media überzeugen. Heute werden fast wöchentlich frischgedruckte Adressbücher von Gütersloh aus in bis zu 15 Länder der Erde verschickt. Viele dieser Orte hat Frank Ziegengeist zusammen mit seinem Kollegen Wieland Bethlehem bereits bereist. Denn oftmals ist das direkte Gespräch mit den Kunden doch unverzichtbar. Dann kommt es schon mal vor, dass die beiden innerhalb von 35 Stunden mehrere Zeitzonen hinter sich lassen. Während die beiden Kollegen mit dem Jetlag kämpfen, hält Meike Bühlmeier im Büro die Stellung und koordiniert das Tagesgeschäft. So funktioniert Teamwork.

Während ihre Kollegen im Ausland sind, hält Meike Bühlmeier im Büro die Stellung.
Frank Ziegengeist und Wieland Bethlehem haben die Qualität der Telefonbücher genau im Blick.

 

Genau im Blick

Die Zusammenarbeit der letzten Jahre hat das Dreiergespann zusammengeschweißt. Jeder weiß, was er zu tun hat und jeder weiß, worauf es ankommt. Denn auch wenn die deutsche Gründlichkeit im Ausland manchmal mit einem Augenzwinkern bedacht wird, ist es doch genau das, was sich die Kunden wünschen. Kaum ist die Lieferung für Mexiko vom Hof gefahren, gehen Frank Ziegengeist und Wieland Bethlehem in die Produktion. Die Druckmaschinen rattern laut, gerade wird die neueste Telefonbuchauflage für Malta gedruckt. Fast 60 Prozent der Einwohner des südeuropäischen Inselstaats nutzen das Telefonbuch – da ist Genauigkeit gefragt. Frank Ziegengeist blickt durch einen Fadenzähler auf das aktuelle Druckergebnis. Er nickt. „Das sieht gut aus“, sagt er zu seinem Kollegen. In vier Tagen werden die Bücher verladen, dann beginnt ihre Reise. Auch wenn die Strecke kürzer ist als nach Mexiko, ist Frank Ziegengeist trotzdem froh, wenn die Bücher im Hafen ankommen. Dann weiß er, dass wieder einmal alles glatt gelaufen ist.

 

Einmal Mohn, immer Mohn – das gilt für mich und meine Kollegen. Wir sind ein eingespieltes Team und das sieht man unserer Arbeit auch an.

Wieland Bethlehem, Stellvertretender Leiter Produktlinie Telefonbuch

  • Jahr, in dem Mohn Media das erste Telefonbuch für Mexiko gedruckt hat: 2016

  • Reisen von Frank Ziegengeist und Wieland Bethlehem nach Mexiko: 3

  • Distanz zwischen Gütersloh und Veracruz: 9.284 Kilometer Luftlinie

  • Zeit, die ein Containerschiff bis Mexiko unterwegs ist: ca. 14 Tage

  • Länder, die Frank Ziegengeist für Mohn Media bereist hat: 15

Sie lieben gedruckte Telefonbücher genauso sehr wie wir?